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Die Kleine Fee |
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Es
war ein sehr kalter Tag und weiße Schneeflocken tanzten in
der Luft und setzten sich leise und sanft auf die Äste der
Bäume, als ein kleiner Troll durch den Winterwald stampfte
und an die Türen der Feen klopfte. |
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Sie hat Geburtstag! flüsterte er und lachte verschmitzt. Da brach ein Jubel los. Das ist schön, das ist schön! Wir schenken ihr etwas! riefen die Feen wie im Chor, klatschten in die Hände und einige flogen vor Aufregung im Raume auf und ab. Denn bei den Feen ist es so, wie es auch bei den Menschen sein sollte: sie behandeln andere meist so, wie sie selbst gern behandelt werden möchten und so lassen sie keine Gelegenheit aus, anderen eine Freude zu machen. Aber dann verschwand die Freude plötzlich und alle sahen sich betroffen an. Schenken? Was sollen wir ihr denn schenken fragte Haselfee, die einst ihre Schwestern vor dem sicheren Hungertod bewahrt hatte, und man sah viele ratlose Gesichter.Deswegen bin ich ja hier, weil ich eine Idee habe! rief da der kleine Troll, der sich nun ganz groß und wichtig vorkam, was ja gelegentlich auch ganz nützlich sein kann. |
Seht
einmal aus dem Fenster: obwohl es schon Frühling ist, ist der
Winter zurückgekommen und überall liegt noch Schnee. Die
kleinen Blumen sind unter ihm vergraben und können nicht blühen.
Was haltet ihr davon, sie in unsere Wohnungen zu holen und dort im
Warmen zu pflegen, bis sie zu blühen beginnen und dann...
Er zögerte, tat sehr geheimnisvoll und sagte stolz: Dann
stellen wir am Geburtstag alle Blumen vor das Haus der Kleinen Fee
und pflanzen sie dort ein! - Au fein! riefen die
Haselfeen und die Brombeerfeen ergriffen sofort Eimerchen und
Schaufeln, zogen sich warm an und machten sich auf in den Wald, um
Frühlingsblumen zu suchen.
Aber sie blieben nicht lange
alleine, auch die Fliederfeen, die Rosenfeen und sogar die erhabenen
Lilienfeen gesellten sich zu ihnen und jede gab Acht, dass sie bei
ihrer Suche nicht von der Kleinen Fee gesehen wurde. Denn Geheimnisse
sind nur so lange aufregend, wie sie im Herzen bewahrt werden und
auch die Liebe hat ihre Zeit, da sie dem anderen entdeckt wird.
So
sammelten sie die kleinen gelben, roten und blauen Primelchen, die
ersten Gänseblümchen, hier und da ein paar violette
Stiefmütterchen vom Lachsbach und sogar einige Osterglocken, die
an dem Weg, der zu den Menschen führt, wachsen. Einmal sahen sie
auch die Kleine Schwarze Fee, mit der man weder spielen, geschweige
denn reden durfte, hinter einem Baum stehen und traurig dem
Feentreiben zugucken. Zu Hause wurden dann alle Blumen sorgsam in
große und kleine, dicke und dünne Töpfe gepflanzt und
die Feen liefen an jedem Tag viele Male hin und schauten, ob die
kleinen Blüten schon aufgegangen, die Blätter noch grüner
geworden oder die Pflänzchen gar ein wenig gewachsen waren. Und
obwohl draußen noch Schnee lag und der Ostwind durch den Wald
heulte, war es bei ihnen drinnen warm und wurde immer bunter und das
machte sie von Tag zu Tag fröhlicher, so dass sie bald das
Wetter vor ihrer Türe vergaßen.
Endlich war es dann
soweit: In Nacht vor dem Geburtstag trugen sie alle ihre Blumen vor
den Höhleneingang der Kleinen Fee, räumten mit ihren
frierenden Händchen den Schnee zur Seite bis ihre Fingerchen
klamm vor Kälte waren und als die Sonne ihre ersten Strahlen
durch die Bäume des Waldes schickte, erhoben die vielen bunten
Blumen ihre leuchtenden Köpfchen und es sah so schön aus,
dass selbst die Schrate anerkennend nickten. Tränen der Freude
glänzten in den Augen der Kleinen Fee, als sie vor ihre Höhle
trat und die liebevolle Pracht sah.
Warum habt ihr das
alles für mich so wunderschön hergerichtet? fragte
sie aufgeregt.
Weil wir dich
liebhaben! riefen die Wesen des Waldes, die gekommen
waren, um diesen Anblick nicht zu verpassen, Herzlichen
Glückwunsch zu deinem Geburtstag!
Danke, Danke!
rief die kleine Fee und lud alle ein, hereinzukommen und sich bei
einem kräftigen Frühstück zu stärken.
Nur ein kleiner Troll stand noch allein zwischen all den Blumen.
Ich
hab Dich doch auch lieb! flüsterte er leise
und
eine gelbe Osterblume, die gerade in seiner
Nähe stand,
lächelte ihn an.
Da folgte er glücklich den anderen.
Für die Kleine Fee Anna Lilja
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© P. Eitner 2001