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Die Fee in der großen Stadt |
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Als die kleine Fee ins
Bett ging, da war alles noch in bester Ordnung. Der Wald lag
ruhig in seinem Schlafe, nur ab und zu raschelte es im Laub und
der gewohnte Duft der bunten Blumen umgab das Reich.
Langsam ging die Sonne
auf. Noch mit geschlossenen Lidern schien sie hell, ja fast
grell, ins Gesicht der kleinen Fee. Die Luft roch ungewohnt.
Nicht so frisch, nach Morgentau, nicht nach kleinen Blumen und
nach klaren Quellen und erst recht nicht nach Träumen. Sie
roch so... ungewohnt und fühlte sich erdrückend an.
Langsam öffnete die kleine Fee ihre Augen, verwarf aber
sofort den Gedanken. Ausgiebig gähnte und streckte sie
sich, wie sie es immer tat. Dann richtete sie sich auf und
öffnete erneut die Augen. Erschrocken schaute sie sich um.
Was war passiert? Was war mit dem Wald geschehen? Alles sah so
trübe aus. Grau und vernebelt. Die kleine Fee öffnete
ihre Flügelchen und erhob sich. Flog hinauf zum Himmel.
Langsam ging die Sonne
im Dunst der Stadt unter. Die kleine Fee wurde langsam müde.
Sie erhob sich und legte sich in einen Blumenkübel. Die
Umgebung, die Blumen, sie kamen ihr so heimisch vor.
Am nächsten Tag, als die kleine Fee wieder die Augen öffnet, ist alles wieder normal. Die alten, vertrauten Bäume, die klare, blumengefüllte Luft und das Summen der emsigen Bienchen. Ob es Traum oder Realität es war, das weiß nur die Fee... |